Artikel über den Namen Rossau

     

Es handelt sich hierbei um einen Artikel über Rossau.
Wahrscheinlich wurde er 1990 für eine Zeitung geschrieben.
Ich habe ihn nur in Schreibmaschinenform. Leider ist daraus nicht erkenntlich von wem und für wen der Artikel geschrieben wurde. Ich hoffe doch das ich keine Copyrightrechte verletze. Falls jemand den Artikel erkennt, möchte er sich doch bitte bei
mir melden.

Geht man davon aus, daß im Juli 1929 die Tausendjahrfeier von Niederrossau, Oberrossau und Weinsdorf stattfand,
würde heute die etwa 1300 Einwohner zählende Gemeinde im Zentrum des Kreises Hainichen mit 1061 Jahren das älteste Dorf
in einigem Umkreis sein.
Damals vermuteten Heimatforscher und Interessierte, die Gründung des Waldhufendorfes läge im selben Jahr wie die der Mark Meißen. Allerdings fehlt dazu jeglicher urkundlicher Beleg, so das es den Anschein hat, die damaligen Gemeindeobersten wollten Ihre Leute bei guter Laune halten und suchten deshalb diesen Anlaß für ein dreitägiges Heimatfest.
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rossau 1378, aber als Rozzow.
Genauso wie sich die Namensschreibung im Laufe der Jahrhunderte änderte, erklärten sich auch die Bürger die Bedeutung des Namens anders.
Im 1929 erschienen Heimatbuch beruft sich der Verfasser, Pfarrer Arras, auf den Stamm der Sorben,
der dieses Gebiet bevölkert haben soll.
Von der Morgenröte oder dem roten Stein wäre dann "rus" herzuleiten, von Wasser oder Bach "awa", so hätte das Dorf als erstes "Russawa"geheißen.
Allgemeiner und auch üblicher ist die Ableitung des Namens von Roß und Au, zurückzuführen auf Wallfahrer zur Liebenhainer Kapelle. Da sich aber in diesem Gebiet laut Ausgrabungen keine Sorben angesiedelt haben und zu diesen Zeiten das Pferd noch als Mähre bezeichnet wurde, können beide Namensursprümge nicht richtig sein. Aber die wahre Erklärung wurde noch nicht gefunden. So gibt es für die Arbeitsgemeinschaft Ur- und Frühgeschichte des Kreises Hainichen noch einiges zu tun.
Beispielsweise ist überliefert, Rossau habe einst zum Kloster Altzella, dem reichsten sächsichen Kloster, gehört.
Aber das Dorf ist in keiner Weise in der Chronik des Klosters erwähnt.

Die Rossauer Kirche ist der älteste Bau des Ortes. Es ist zu vermuten, daß an ihrer Stelle vormals eine Holzkapelle stand, bis um etwa 1200 mit ihrem Steinbau begonnen wurde. Der romanische Turmbau steht heute noch, der als wahrscheinlich fensterloser oder nur mit kleinen, hochangebrachten Fensterchen versehene Rundbau diente als Altarraum,
wurde aber wahrscheinlich im 15. Jahrhundert von einfallenden Hussiten zerstört.
Beim Wiederaufbau wurde der Baustil der Gotik angewandt. Bei den älteren Rossauern ist noch der Glaube weitverbreitet, ein Geheimgang führe von der Kirche aus mit unbekanntem Ausgang. Diesen Ausgang gibt es aber mit einiger Sicherheit nicht.
Dafür hat Rossau aber zum Beispiel ein auf dem Friedhof stehendes Steinkreuz zu bieten, einige Windmühle wurden hier genutzt, von denen aber nichts mehr zu sehen ist. Am Dorfbach entlang arbeiteten vier Wassermühlen, auch einige alte Steinbrücken sind noch erhalten.

Die in der Festzeitung zum 1000jährigen angekündigte Sensation kann allerdings nicht mehr bestaunt werden: "...Nach glücklich überstandener Inflation sollen auf allgemeinen Wunsch des Gemeinderates die Fische wieder vergoldet werden. Die Goldfischteiche werden eine Sehenswürdigkeit für ganz Mittelsachsen und seine Banken...."